Šūtum
Šūtum ist eine Laserinstallation über die Vergänglichkeit von Gesetzen, Normen und ihren Interpretationen. Ein dünner ultravioletter Strahl schreibt akkadische Keilschriftzeichen, abgeleitet aus dem Codex Hammurapi, auf eine Steinoberfläche, während außerhalb des Steins übersetzte Formulierungen des Talionsprinzips erscheinen. Während jedes neue Zeichen geschrieben wird, beginnen die frühesten Spuren langsam zu verschwinden, sodass der Zyklus alte Gesetze immer wieder auf derselben Oberfläche überschreibt und auslöscht.
Während der Ausstellung beobachten die Besucher:innen einen langsamen Prozess von Einschreibung und Verblassen: Zeile für Zeile wird der Stein vorübergehend lesbar und verliert dann seine frühesten Zeichen, während das Schreiben fortgesetzt wird. Die Arbeit zeigt Gesetz nicht als festes Monument, sondern als fragiles visuelles Ereignis, das erscheint, kurz bestehen bleibt und wieder verschwindet. Weitere Dokumentation, Bilder und Video sind auf der Projektseite verfügbar: slavaromanov.art/2024/shootoom-de.
Technischer Rider
Zentrale Komponenten
Die Installation umfasst ein autonomes Laserprojektionsmodul. Das Modul besteht aus:
- einem 405-nm-Low-Power-Lasermodul
- einem integrierten Galvanometersystem
- einem programmierten Mikrocontroller
Weitere zentrale Elemente der Arbeit sind:
- ein flacher Stein mit photochromer Folie
- darunterliegendes behandeltes Papier
- fokussiertes Lichtsystem mit zwei eng bündelnden LED-Spots
- Stative, Adapter und Verbindungskabel
Dimensionen / Laufzeit / Skalierbarkeit
- Ungefährer Installations-Footprint: 250 x 150 x 170 cm
- Typische Zyklusdauer: ca. 4 bis 5 Minuten
- Der projizierte Text entwickelt sich in drei Zyklen pro Zeile
- Die Installation kann nach Absprache an vergleichbare abgedunkelte Ausstellungssituationen angepasst werden
Räumliche Anforderungen
- Empfohlene Mindestfläche: 2,5 x 4 m
- Ein vollständig dunkler Raum wird dringend empfohlen
- Tageslicht oder direktes Sonnenlicht darf die Installation nicht erreichen
- Umgebungslicht aus anderen Quellen sollte so weit wie möglich reduziert werden
- Ein stabiler, sauberer und nicht reflektierender Boden ist erforderlich
- Der Raum sollte vor hoher Luftfeuchtigkeit, Staub und Schmutz geschützt sein
- Die Installation profitiert von einer geschlossenen oder nischenartigen Situation mit Publikumszugang vor allem von einer Seite
- Die Oberflächenvorbereitung wird vom Künstler vor Ort durchgeführt
- Das darunterliegende behandelte Papier wird ebenfalls vor Ort vorbereitet
Technische Anforderungen Seitens Der Institution
- 220 V / 50 Hz / max. 3 A, Schuko
- Dunkle Verlängerung oder Mehrfachsteckdose mit mindestens 4 Anschlüssen
- Strom wird für das autonome Lasergerät und die fokussierten Lichtquellen benötigt
- Maximale Entfernung von der Stromversorgung zur Arbeit: ca. 4 m
- Ein separater sichtbarer Netzschalter oder klar gekennzeichneter Ein-/Aus-Zugang für das Lasergerät wird als Sicherheitsmaßnahme empfohlen
Vom Künstler Bereitgestellte Komponenten
- Autonomes Laserprojektionsgerät mit 405-nm-Low-Power-Lasermodul
- Integrierter Galvanometer und programmierter Mikrocontroller innerhalb des Projektionsgeräts
- Stativ für Lasereinheit und eine Lichtquelle
- Kleines Stativ für die zweite Lichtquelle
- Ladekabel, Adapter und USB-Verlängerung, falls erforderlich
- Flacher Stein mit photochromer Folie
- Rolle behandelten Papiers unter dem Stein
Ton
Die Arbeit enthält keinen Ton und kann in der Nähe von Klangarbeiten installiert werden, sofern benachbarte Klangpegel die visuelle Konzentration der Arbeit nicht stören.
Licht
- Zwei einstellbare LED-Spots mit engem Fokus sind erforderlich
- Ihre Positionierung sollte Schatten im Laserpfad vermeiden
- Reflexionen und Streulicht sollten minimiert werden
Sicherheit
- Die Installation sollte nach Möglichkeit so angeordnet werden, dass der Publikumszugang auf eine Seite beschränkt bleibt
- Eine sichtbare physische Barriere und/oder leuchtende Bodenmarkierung wird empfohlen, um zu verhindern, dass Besucher:innen in den Laserbereich treten
- Strahlengang und Reflexionswinkel müssen so ausgerichtet werden, dass unbeabsichtigte Reflexionen nicht in Richtung der Besucher:innen gelenkt werden
- Die Lasersicherheitsbedingungen werden beim Aufbau durch den Künstler festgelegt und sollten während der Ausstellung unverändert bleiben
- Zusätzliche technische Aufsicht oder eine Ansprechperson der Institution in der Nähe wird empfohlen, insbesondere in offenen oder schwierigen räumlichen Situationen
- Ein Dead-Man-Switch oder eine gleichwertige Notabschaltung sollte vor Ort verfügbar sein
Transport
- Eine Eurobox mit den technischen Komponenten misst ca. 60 x 40 x 40 cm und wiegt ca. 10 kg
- Eine Kartonbox mit dem Stein misst ca. 50 x 50 x 15 cm und wiegt ca. 12 kg
- Eine Rolle behandelten Papiers wird separat transportiert
- Die Arbeit ist fragil und muss mit Sorgfalt behandelt werden
Aufbau / Abbau
- Geschätzte Aufbauzeit: bis zu 12 Stunden
- Der Künstler führt den Aufbau vor Ort durch
- Unterstützung seitens der Institution kann für die Verdunkelung des Raums und das Schließen von Türen oder Lichtlecks erforderlich sein
- Finale Lichtpositionierung, Lasersicherheitsanpassung und Kalibrierung werden vor Ort durchgeführt
Täglicher Betrieb
- Die Installation kann für einen zeitgesteuerten Betrieb per Timer eingerichtet werden
- Tägliches Ein- und Ausschalten sollte dennoch durch verantwortliches Personal visuell überprüft werden
- Lichtquellen und Laserausgabe sollten bei der Öffnungsroutine kurz kontrolliert werden
Wartung
- Regelmäßige Betriebskontrollen von Laserausgabe, Ausrichtung und behandelten Oberflächen werden empfohlen
- Die Installation ist für autonomen Betrieb ausgelegt, sollte aber nicht als vollständig unbeaufsichtigt behandelt werden
- Bei längeren Ausstellungsdauern sollten periodische technische Inspektionen durch den Künstler oder in Abstimmung mit der Institution eingeplant werden
Versicherungswert
- UV-Laser und Komponenten: EUR 3000
- Beschichtete Oberflächen: EUR 1000
- Verpackung: EUR 200
- Gesamtversicherungswert: EUR 4200