Technische Rider und strategische Notizen fuer Aalen
Stand: 18.04.2026
Dieses Dokument ist als Arbeitsgrundlage fuer die Ausstellungsvorschlaege in Aalen gedacht. Es fasst die technischen Anforderungen der drei in Frage kommenden Arbeiten in einer kompakten, deutschsprachigen Form zusammen und uebernimmt die bewaehrte Struktur der vorhandenen Rider fuer PNCTM und Sutum.
Kurze strategische Notiz fuer die Kommunikation mit Aalen
Fuer die geplante Ausstellungsdauer von etwa November bis Januar sollte von Anfang an transparent kommuniziert werden:
- Alle drei Arbeiten sind installierbar und ausstellungsfaehig.
- Bei einer so langen Laufzeit kann jedoch regelmaessige Wartung notwendig werden.
- Dies betrifft besonders Arbeiten mit beweglichen, lichttechnischen oder optischen Komponenten.
- Wenn Vor-Ort-Service durch den Kuenstler noetig wird, sollten Reise-, Unterbringungs- und Servicekosten vorab geklaert werden.
- Aus technischer Sicht ist
UNGROUND derzeit die robusteste und autonomste Option fuer eine lange Laufzeit.
Sutum ist inzwischen gegenueber der frueheren Version vereinfacht, weil das Lasersystem autonom betrieben werden kann und kein externer Computer mehr installiert werden muss.
after (fleeting retention) ist grundsaetzlich ausstellbar, hat aber wegen Blitzlicht, Projektormechanik und Audiotechnik den hoechsten Wartungsbedarf.
Empfohlene Struktur eines finalen Riders
Die vorhandene PDF-Struktur ist gut. Fuer die naechste Fassung wuerde ich diese Punkte verbindlich beibehalten:
- Kurzbeschreibung der Arbeit
- Masse / Dauer / Skalierung
- Raumanforderungen
- Technische Anforderungen seitens des Hauses
- Vom Kuenstler gelieferte Komponenten
- Licht / Ton
- Sicherheit vor Ort
- Transport
- Aufbauzeit
- Wartung
- Versicherungswert
- Ansprechpartner / Kontakt
Zusaetzlich sinnvoll fuer lange Laufzeiten:
- Hinweis auf taegliche oder woechentliche Sichtkontrolle
- Hinweis auf Ersatzteil- oder Verschleissteile
- Hinweis, ob Remote-Support moeglich ist oder nicht
- Klare Abgrenzung, was das Haus selbst machen darf und was nur durch den Kuenstler erfolgen soll
1. UNGROUND
Kurzbeschreibung
UNGROUND ist eine kinetische typografische Lichtinstallation ueber fragmentierte Sinnsuche im permanenten Nachrichtenstrom. Mehrere rotierende Projektionskapseln mit Buchstaben des Wortes ORDNUNG erzeugen wechselnde Projektionen auf einer Wand. Dabei entstehen kurzzeitig lesbare Fragmente, die sich sofort wieder aufloesen.
Masse / Umfang
- Empfohlene Version: 3 Module
- Alternative Version: 4 Module
- Jedes Modul besteht aus einem Gobo-Projektor mit rotierender Buchstabenkapsel
- Empfohlene Wandbreite fuer 3 Module: ca. 250-400 cm
- Empfohlene Wandbreite fuer 4 Module: ca. 350-500 cm
- Empfohlene Installationshoehe der Projektoren: je nach Raum ca. 90-180 cm
- Laufzeit: kontinuierlicher Betrieb waehrend der Oeffnungszeiten
Raumanforderungen
- Moeglichst abgedunkelter oder kontrollierbar beleuchteter Raum
- Helle, ruhige Projektionsflaeche oder weisse Wand
- Moeglichkeit, Projektoren in einer Linie oder als leichte Staffelung vor der Wand zu platzieren
- Mindestflaeche: ca. 3 x 2 m fuer 3 Module, groesser bei 4 Modulen
- Staubarme und trockene Umgebung
Technische Anforderungen seitens des Hauses
- 220 V / 50 Hz Stromversorgung, Schuko
- Mindestens 1 dunkle Mehrfachsteckdose mit ausreichender Zahl an Anschluessen
- Maximaler Abstand zur Stromquelle: idealerweise bis 3 m
- Bei heller Umgebung: Moeglichkeit zur partiellen Abdunkelung
Vom Kuenstler gelieferte Komponenten
- 3 oder 4 modifizierte LED-Gobo-Projektoren
- Rotierende Buchstabenkapseln
- Befestigungs- und Anschlussmaterial
- Ersatzkomponenten in kleinem Umfang nach Absprache
- Anleitung fuer Ein- und Ausschalten
Licht / Ton
- Die Arbeit ist stumm
- Sie kann daher in der Naehe anderer Arbeiten mit Ton gezeigt werden, sofern die Projektionen visuell wahrnehmbar bleiben
- Fremdlicht sollte moeglichst reduziert werden
Sicherheit vor Ort
- Projektoren muessen standsicher montiert oder sicher positioniert werden
- Zugaenge zu Strom- und Anschlusskabeln sind fuer Besucher zu sichern
- Direkter Eingriff des Publikums in die Projektoren oder rotierenden Kapseln muss ausgeschlossen sein
Transport
- Vergleichsweise kompakte Arbeit
- Transport in kleineren Kisten oder gepolsterten Behaeltern moeglich
- Fragile optische Komponenten muessen stoßgeschuetzt verpackt werden
Aufbau
- Aufbauzeit: ca. 4-6 Stunden, je nach Anzahl der Module und Lichtsituation vor Ort
- Einrichtung, Fokus und Justage durch den Kuenstler empfohlen
Wartung
- Im Vergleich zu den anderen vorgeschlagenen Arbeiten ist
UNGROUND die wartungsaermste Arbeit
- Empfohlen wird eine kurze taegliche Sichtkontrolle
- Moegliche Wartungspunkte: Fokus, Stromversorgung, Motorlauf der rotierenden Kapseln, Position der Projektoren
- Bei langer Laufzeit sollte ein technischer Check in regelmaessigen Abstaenden eingeplant werden
Versicherungswert
- Offen, vom Kuenstler noch zu bestimmen
Bemerkung fuer Aalen
UNGROUND ist fuer eine lange Ausstellung derzeit die sicherste Option, da die Arbeit relativ kompakt, robust und mit geringem Eingriffsbedarf betrieben werden kann.
2. Sutum
Kurzbeschreibung
Sutum ist eine Mixed-Media-Installation ueber die Vergaenglichkeit von Gesetzen, Normen und deren Interpretationen. Ein UV-Lasersystem schreibt ephemere Zeichen und Gesetzesfragmente auf eine mit photochromen Materialien behandelte Steinoberflaeche. Die Bilder erscheinen fuer kurze Zeit und verschwinden anschliessend wieder.
Wichtige Aktualisierung gegenueber frueheren Rider-Fassungen
- Das aktuelle Lasersystem kann autonom betrieben werden.
- Eine separate Installation eines externen Computers ist fuer die Ausstellungsversion derzeit nicht mehr zwingend notwendig.
- Dadurch reduziert sich der technische Aufwand gegenueber der frueheren Wettbewerbsfassung.
Masse / Umfang
- Installationsflaeche: ca. 250 x 150 x 170 cm
- Skalierung je nach Raum nach Absprache moeglich
- Zyklische Projektion, variable Dauer je nach Programmierung
- Verpackung weiterhin in mehreren Einheiten, darunter empfindliche Steinkomponente
Raumanforderungen
- Vollstaendig oder weitgehend verdunkelter Raum
- Moeglichkeit, die Steinoberflaeche und die Laserzeichnung klar sichtbar zu machen
- Stabile, saubere und moeglichst nicht reflektierende Bodenflaeche
- Trockene Umgebung ohne hohe Luftfeuchtigkeit
- Ein Raum mit reduzierter visueller Ablenkung ist stark empfohlen
Technische Anforderungen seitens des Hauses
- 220 V / 50 Hz Stromversorgung, Schuko
- Dunkle Mehrfachsteckdose mit mindestens 3-4 Anschluessen, je nach finaler Version
- Maximaler Abstand der Stromversorgung zur Arbeit idealerweise bis 4 m
- Zwei eng fokussierte LED-Spots zur Akzentbeleuchtung der Oberflaeche
- Moeglichkeit, den Bereich waehrend des Aufbaus kontrolliert abzusichern
- Bei Bedarf Unterstuetzung bei Laser-Sicherheitsabstimmung mit dem Haus
Vom Kuenstler gelieferte Komponenten
- Autonomes Laserprojektionsgeraet mit integriertem Steuerungssystem
- Galvanometer / Lasermodul
- Stein mit photochromer Beschichtung
- Unterlage aus behandeltem Material
- Stative, Adapter, Kabel und Zubehoer
- Ggf. Sicherheitsmarkierung und Anweisungen fuer den Betrieb
Licht / Ton
- Die Arbeit benoetigt keinen eigenen Ton
- Sie kann relativ nah bei Arbeiten mit moderatem Tonpegel gezeigt werden
- Fuer die Sichtbarkeit ist kontrolliertes Licht entscheidend
Sicherheit vor Ort
- Es handelt sich um eine laserbasierte Arbeit und sie muss unter kontrollierten Bedingungen installiert werden
- Die Besucher duerfen keinen direkten Zugang in den Strahlbereich erhalten
- Sicherheitsabstand und klare Wegefuehrung sind erforderlich
- Aufbau und Endjustage sollen durch den Kuenstler erfolgen
- Je nach Ausstellungsort kann eine Ruecksprache zur Lasersicherheit notwendig sein
Transport
- Mehrteiliger Transport
- Empfindliche Komponenten, insbesondere Stein, optische Bauteile und beschichtete Flaechen
- Sorgfaeltige stoßarme Verpackung erforderlich
Aufbau
- Aufbauzeit: ca. 8-12 Stunden, abhaengig von Raum, Verdunkelung und Sicherheitsabnahme
- Unterstuetzung durch das Haus beim Abdunkeln und bei der Vorbereitung des Raums ist sinnvoll
Wartung
- Laengere Laufzeiten koennen Nachjustierung, Reinigung oder Funktionskontrolle erfordern
- Regelmaessig zu kontrollieren sind Laserbetrieb, Projektionsqualitaet und Zustand der beschichteten Oberflaechen
- Je nach Beanspruchung koennen Wartungseinsaetze des Kuenstlers erforderlich werden
- Fuer eine mehrmonatige Laufzeit sollte vorab geklaert werden, wie Serviceeinsaetze organisatorisch und finanziell geregelt werden
Versicherungswert
- Fruehere Richtgroesse im vorhandenen Rider: 4200 EUR
- Fuer die aktuelle autonome Version ggf. aktualisieren
Bemerkung fuer Aalen
Sutum ist durch die autonome Version deutlich praktikabler geworden als in der frueheren Fassung. Trotzdem bleibt die Arbeit technisch sensibel und sollte fuer eine sehr lange Laufzeit nur mit klar geregelter Wartungs- und Sicherheitsabsprache zugesagt werden.
3. after (fleeting retention)
Kurzbeschreibung
after (fleeting retention) ist eine immersive audiovisuelle Installation ueber Nachbilder, fragile Wahrnehmung und die Instabilitaet von Erinnerung. Ein modifizierter Kodak-Carousel-Projektor mit starkem LED-Blitz laesst fotografische Archivnegative fuer kurze Momente aufscheinen, synchronisiert mit einer generativen Klangkomposition.
Masse / Umfang
- Ein abgedunkelter Installationsbereich
- Modifizierter Projektor mit Weitwinkeloptik
- Projektion vom Boden bis zur Decke, je nach Raum
- Audiozuspielung ueber eigenes Lautsprechersystem
- Laufzeit: kontinuierlicher Betrieb waehrend der Oeffnungszeiten
Raumanforderungen
- Abgedunkelter Raum oder separierter dunkler Bereich
- Sehr geringe Umgebungshelligkeit
- Idealerweise schwarze Vorhaenge oder Lichtschleuse am Zugang
- Ausreichend Platz fuer Projektor, Projektion und Besucherbewegung im Dunkeln
- Moeglichkeit einer schwachen roten Sicherheitsbeleuchtung
- Trockene, staubarme Umgebung
Technische Anforderungen seitens des Hauses
- 220 V / 50 Hz Stromversorgung, Schuko
- Mindestens 1 Mehrfachsteckdose fuer Projektor, Audiokomponenten und Steuergeraete
- Dunkelung des Raums durch das Haus oder in Absprache mit dem Kuenstler
- Moeglichst abgeschirmte akustische Situation, da die Arbeit eine eigene leise Klangatmosphaere besitzt
Vom Kuenstler gelieferte Komponenten
- Modifizierter Kodak-Carousel-Projektor mit starker LED
- Steuerung fuer Blitz und Dia-Transport
- Archivnegative / Dias
- Audiozuspielung und Lautsprechersystem
- Verbindungskabel, Adapter und Einrichtungszubehoer
Licht / Ton
- Die Arbeit besitzt einen eigenen generativen Soundtrack
- Ein eigener akustischer Bereich ist empfehlenswert
- Zu viel Fremdton reduziert die Wirkung deutlich
- Zusaetzliches Fremdlicht sollte weitgehend ausgeschlossen werden
Sicherheit vor Ort
- Besucher bewegen sich in dunkler Umgebung, daher ist eine sichere Wegefuehrung noetig
- Schwache Sicherheitsbeleuchtung kann erforderlich sein
- Das Publikum darf Projektor und technische Komponenten nicht unbeabsichtigt beruehren
- Technik muss standsicher montiert und vor Eingriffen geschuetzt sein
Transport
- Empfindliche mechanische und optische Komponenten
- Sorgfaeltige Verpackung des Projektors, der Optik und der Tontechnik notwendig
Aufbau
- Aufbauzeit: ca. 8-10 Stunden, je nach Raum und Audioeinrichtung
- Aufbau und Kalibrierung durch den Kuenstler klar empfohlen
Wartung
- Dies ist die wartungsintensivste der drei vorgeschlagenen Arbeiten
- Bei laengerer Laufzeit muessen insbesondere Blitzsystem, Dia-Transport, Projektormechanik und Audio-Wiedergabe regelmaessig kontrolliert werden
- Ein Ausfall einzelner mechanischer Komponenten ist ueber eine mehrmonatige Dauer nicht auszuschliessen
- Deshalb sollte in jeder Zusage klar vermerkt sein, dass die Arbeit regelmaessige Wartung oder Nachjustierung erfordern kann
- Wenn Vor-Ort-Einsaetze des Kuenstlers erforderlich werden, muessen Reise- und Servicekosten vorab abgesprochen werden
Versicherungswert
- Offen, vom Kuenstler noch zu bestimmen
Bemerkung fuer Aalen
Diese Arbeit ist kuratorisch stark, aber fuer eine Laufzeit ueber mehrere Monate technisch am anspruchsvollsten. Wenn sie vorgeschlagen wird, sollte die Wartungsfrage direkt im ersten Schreiben benannt werden.
Was in den bisherigen Ridern noch gefehlt hat oder geschaerft werden sollte
- Ein klarer Abschnitt
Wartung waehrend der Laufzeit
- Ein klarer Abschnitt
Was darf das Ausstellungshaus selbst tun
- Ein kurzer Satz zu
Remote-Support moeglich / nicht moeglich
- Ein Feld
Ansprechpartner bei Stoerung
- Genaue Versicherungswerte fuer die aktuelle Version jeder Arbeit
- Realistische Auf- und Abbauzeiten fuer Langzeitausstellungen
Empfohlene naechste Schritte
- Diese Fassung als inhaltliche Basis pruefen und offene Zahlen markieren.
- Fuer jede Arbeit die fehlenden Versicherungswerte und finalen Packmasse ergaenzen.
- Danach pro Werk ein eigenes sauberes PDF-Rider-Layout erzeugen.
- Anschliessend ein kurzes deutsches Anschreiben fuer Aalen formulieren, in dem Wartung und lange Laufzeit diplomatisch, aber klar angesprochen werden.